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Gesucht wird die First Lady

Bei der Landtagswahl in zwei Wochen entscheidet sich auch, wer neue First Lady wird: Ursula Bouffier oder Annette Gümbel. Beide engagieren sich im Wahlkampf - und erfüllen dabei eine wichtige Aufgabe, wie Politikberater Richard Schütze sagt.

Kein Zweifel, Ursula Bouffier befindet sich im Wahlkampfmodus – wie die ganze Familie. Sie begleite ihren Mann, Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), zu all seinen Auftritten – ein Fulltime-Job. "Und unsere Jungs kleben Plakate und stehen an den Infoständen." Auch in Zeiten, in denen kein Wahlkampf ist, herrscht bei den Bouffiers kein normales Leben. Dennoch: Der Job der First Lady macht Ursula Bouffier Spaß: "Ich habe auch viel gelernt und die Aufgabe würde ich auch gerne fünf Jahre weiter tun."
 
Volker Bouffier war ihr Scheidungsanwalt

Die gelernte medizinisch-technische Radiologieassistentin ist seit drei Jahren im Amt, dabei gibt es das streng genommen gar nicht. Als Frau des Ministerpräsidenten ist sie die First Lady Hessens. Als solche ist sie Schirmherrin mehrerer Stiftungen und fährt durch Hessen, um die Landesregierung zu repräsentieren. Besonders stark habe sie der Besuch des Dalai Lama beeindruckt, berichtet die 58-Jährige. Und natürlich das niederländische Königspaar Máxima und Willem-Alexander.

Doch es müssen nicht Promis sein, um Ursula Bouffier zu bewegen: "Ganz wichtig sind mir die Begegnungen mit den Menschen", sagt sie. So habe sie kürzlich ein Hospiz an der Bergstraße besichtigt und dort mit den Ehrenamtlichen gesprochen. "Diese Gespräche erfüllen mich." Bevor ihr Mann im August 2010 zum Regierungschef gewählt wurde, war Frau Bouffier CDU-Kommunalpolitikerin.

Ihren Mann Volker kennt sie schon sehr lange, wie Bouffier berichtet. Denn er war mit ihrem älteren Bruder befreundet. Richtig "klick" gemacht hat es aber erst später, nachdem sie sich hilfesuchend an ihn als Scheidungsanwalt wandte, als ihre erste Ehe zerbrach. Die Bouffiers wohnen zusammen in Gießen und haben zwei Söhne, 21 und 22 Jahre alt, die dort Jura studieren.
 
Gümbel: "Meine Lederkluft hat ihn beeindruckt"

Die neue Aufgabe als First Lady schwebt auch Annette Gümbel vor, der Ehefrau von SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel. Gewinnt ihr Mann die Wahl, wird sich auch ihr Leben schlagartig ändern. Dennoch bemüht sich Annette Gümbel um Gelassenheit. Genaue Pläne für den Fall der Fälle gebe es noch nicht. "Es werden sicherlich für mich dann mehr Aufgaben", sagt sie nur. Klar sei, dass die drei Kinder weiterhin aus der Politik herausgehalten werden sollen.

Die Kinder, das sind zwei Mädchen und ein Junge, 6, 11 und 14 Jahre alt. Das Management des fünfköpfigen Haushalts liegt komplett in der Hand der 40-Jährigen. Beim ersten Kind habe ihr Mann noch Erziehungsurlaub nehmen können, später ging das nicht mehr: "Er hat einen vollen Tagesplan, und ich halte ihm den Rücken frei", sagt sie. Zur Zeit ist Frau Gümbel wissenschaftliche Mitarbeiterin des SPD-Bundestagsabgeordneten Rüdiger Veit, daneben halten sie noch mehrere Ehrenämter auf Trab.

Gümbel stammt aus Nordhessen, von einem Bauernhof in Grebenstein. Zum Geschichtsstudium kam sie nach Gießen, und dort traf sie auf Thorsten Schäfer, wie er damals noch hieß. "Ich fuhr Motorrad und kam in meiner Lederkluft ins Seminar, das hat ihn sehr beeindruckt", erinnert sie sich. Der SPD trat Gümbel 2005 bei. Drei Jahre später avancierte ihr Mann zum neuen Hoffnungsträger der Partei. "Ich bin stolz, weil ich weiß, wie viel Fleiß dahinter steckt", sagt sie. Dass die Politik sein Leben ist, das sei von Anfang an klar gewesen. Sie begleite ihn auch gern auf Termine.

Redaktion  suma / aba
8.9.2013